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Punk-Fest in Villa sorgt für Aufmerksamkeit

Vor einigen Wochen haben wir den Einzug in die Villa Remy gefeiert! Kam auch bei der Lokalpresse gut an 🙂

Orginal-Text übernommen von Albrecht Dennemann, veröffentlicht auf blixxm.de:

Private Partys finden selten Beachtung und nur sehr selten medial – es sei denn, es läuft etwas aus dem Ruder. Aus dem Ruder lief am Sonnabend bei einer privaten Punk-Hardcore-Metal-Konzert-Party in Schüttorf nichts und dennoch sorgte das Fest für Aufsehen.

Schüttorf. Vier Bands und anschließende „80´s and 90´s Aftershow-Dance-Party“ war am Sonnabend an und in der Villa Remy in Schüttorf angesagt. „Punks sind schon etwas konservativ“, könnte man meinen, wenn selbst die Landjugend seit Jahren nur noch DJs bei ihren Veranstaltungen hat. Doch so war es: Die Bands „StackHumans“ (Hardcore Punk aus Itzehoe), „Hirnkollaps“ (Hordcore Punk aus NRW), Elurra (Red And Anarchist Black Metal aus Mülheim)  und „Flächenbrand im Arbeitsamt“  sind den Initiatoren persönlich bekannt und haben alle gegen Spritgeld gespielt – Low-Budget, das ist Punk.  Als private „Einweihungsparty von den neuen Villa-Bewohner organisiert, achteten sie dennoch darauf, das die Kosten nicht aus dem Ruder laufen und nahmen für das Speisen- und Getränkeangebot Spenden. Scheint funktioniert zu haben. „Den Gewinn spenden wir für einen guten Zweck an unsere Freunde der „Antirassistischen Initiative“ in Nordhorn“, so eine der Organisatorinnen gegenüber Blixxm.

Schon am Nachmittag wunderten sich einige Schüttorfer über die vielen Punks in der Stadt. Am Abend wurde es dann deutlicher wo es abgeht: Autos flankierten die Bentheimer Straße und anliegende Nebenstraßen. Aus Berlin, Hamburg, dem Ruhrgebiet und anderen Teilen der Republik waren die rund 200 Gäste angereist und der Garten wurde zum Zeltplatz. Dann war es auch nicht mehr zu überhören, als die erste Band auf dem Rasen vor der Villa loslegte. In der Schüttorfer Facebook-Gruppe wurde es alsbald thematisiert. Mehrheitlich wünschten die Facebooker der Partygesellschaft viel Spaß und fanden die Musik auch „interessant“. Das Musikgenre bewegte sich zwischen Hardcore-Punk und Black Metal.

Foto: © Jens Kühlmann

Punk ist selten komplett unpolitisch und mit Hinblick auf die G20-Demos in Hamburg wird dies deutlich. So war es denn auch in Schüttorf. „Flora lebt“ prangte aus Solidarität mit dem Hamburger Szene-Treff „Rote Flora“ ein Banner an der Villa. „Wir finden es ungerechtfertigt, dass die schlimmen Krawalle in Hamburg  – zumindest von einigen Politikern und Medien – alleine und pauschal der „Linken Szene“ zugeordnet werden und das alternative Zentren wie die „Flora“ nun als Sündenbock und „Keimzelle des Bösen“ herhalten sollen. Einige Politiker fordern die Räumung der Flora, wie zeigen uns solidarisch dagegen“, geben die Organisatoren des Villa-Festes als Begründung gegenüber Blixxm an.
Auf den Geschmack scheinen die Villa-Bewohner gekommen zu sein und überlegen, ob sie das wiederholen. Damit wird in der Villa Remy eine von den Vormietern begründete Tradition fortgesetzt – wenn auch mit anderen musikalischen Mitteln. Angesicht prall gefüllter Veranstaltungskalender beschweren sich immer wieder Menschen, dass hier in der Region „nichts los“ sei. Gut, vielleicht nicht immer das was einem gefällt. Es selbst in die Hand zu nehmen und etwas zu organisieren, darauf kommen dann leider immer nur wenige. Auch wenn einem die Musik nicht zusagen sollte, bleibt doch das Engagement zu würdigen. Solche privaten Aktionen sind es, die das Leben auch in der Provinz lebenswert machen. Möglicherweise sind diese Events auch nur in der Provinz möglich. Auch dies ist ein kultureller Beitrag und muss nicht zwingend gewinnorientiert von gastronomischen Betrieben angeboten werden. Klasse!!


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