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Reisebericht: Auf Kanutour in Schweden

Anfang September war ich zusammen mit meinem Mitbewohner Janek auf Kanutour in Nordmarken, hier nun der Reisebericht über einen abenteuerlichen Urlaub durch die Seen/Fjordlandschaft von Schweden.

Tourtag Nr.: 1, Samstag, Anreise:

Nachdem wir einen Zwischenstop in Hamburg und am Timmendorfer Strand gemacht haben sind wir Nachts in den Scandtrack-Express Reisebus eingestiegen, der uns in Puttgarden auf Fehmarn aufgegabelt hat. Wir sind als letztes eingestiegen und hatten entsprechend wenig Auswahl. Ergebnis: Ganz nach hinten durch zu einem Haufen gut angetrunkener Russen. Wir wurden herzlich empfangen und es wurde eine herrliche Nacht (zumindest für die Jungs und uns, der Rest vom Bus wollte schlafen).  So war es auch nicht weiter schlimm, dass wir eine Fähre verpasst haben – wir hatten Eugen bei einer Pinkelpause „vergessen“. Die Ankunft im Basiscamp verlief super – schon fast wie bei einem Cluburlaub – mit Begrüßungssnack & Getränken. Alle waren sehr entspannt, der Ablauf (Kanu packen usw.) sehr gut organisiert und die Freude beim Anblick der Versorgungstonne riesig.

Tourtag Nr.: 2, Sonntag, Badetag:

Wetter: Traumhaft, viel Sonne.
Essen: Nudeln mit Thunfisch-Tomaten-Soße & Gemüse
Am Abend zuvor wurden wir herzlich von Anna, Jasmin, William & Matthis an der DANO-Rasthütte 32 aufgenommen. Diese hatten ihre Schweden Kanutour selbst organisieret und waren sehr beeindruckt als wir vom Preis/Leistungsverhältnis bei unserem Reiseanbieter erzählt haben. Wir hatten einen humorvollen und äusserst gemütlichen Lagerfeuerabend verbracht und wurden morgens mit Porridge begrüßt. Die Blaubeeren im Porridge waren selbst geflückt gewesen, ein weiterer Punkt der den Urlaub so abenteuerlich macht – vieles kann man hier im Norden selber sammeln und direkt essen: Blaubeeren, Preisselbeeren, Pilze usw.
In Schweden gilt das sogenannte Jedermannsrecht, das heißt grob dass man eine Nacht an einem Ort, wie den DANO Hütten, wildcampen darf. Wenn man eine Schutzhütte ergattern konnte sollte man diese mit anderen teilen. Unsere „Gastgeber“ haben uns nach dem Frühstück verlassen und wir haben den Tag mit Feuerholz hacken, Sammeln und Baden verbracht. Abends haben sich dann zwei Burschen zu uns ans Feuer gesellt und wir haben gemeinsam den ein oder anderen Becher Weißwein vernichtet.

Tourtag Nr.: 3, Montag, Strecke machen:

Wetter: Leichter Regen, dauerhaft bewölkt und zeitweise sehr windig
Essen: Kalte Küche (Morgens und Abends Brot)
Ein weniger ereignisreicher, dafür aber umso anstregender Tag. Morgens gegen 10 Uhr ging es in Kanu und Abends gegen 17:30 hatten wir endlich einen Rastplatz gefunden an dem wir willkommen waren. Wir mussten zweimal das Kanu umtragen, was bedeutet dass man das Kanu aus dem Wasser hiefen und auf einen Karren schnallen muss. Mit diesem Karren geht es dann über Land bis man zu einer definierten Stelle kommt wo man das Boot wieder zu Wasser lassen kann. Beim ersten Umtragen habe ich meinen Poncho vergessen und musste 4km zusätzlich zu Fuss laufen – ärgerlich aber eigentlich doch ganz schön, so kommen die Beine mal in Bewegung.
Der zweite Umstieg war eine Qual und zeitgleich die einzige Beschwerde die ich an den Reiseanbieter habe. Der Weg muss dringend ausgebessert werden – wir haben das Kanu getragen weil nach unserer Meinung der Kanuwagen sonst Schäden hätte erleiden können. Auf den Fotos seht ihr sicherlich was ich meine.
Nachdem wir an zwei Rastpunkten abgewiesen wurden („notfalls könnt ihr auch hier schlafen“), wurden wir doch noch am letzten Rastpunkten vor einer langen Durststrecke von Ina und Melf an Rasthütte aufgenommen. Vielen Dank an dieser Stelle 🙂

Tourtag Nr.: 4, Dienstag, die Natur genießen:

Wetter: Trocken, frisch und durchgehend bewölkt
Essen: Morgens Porridge, ansonsten Kalte Küche
Ein toller Streckenabschnitt: Große Seen, hohe Klippen, bewaldete Berge und viel 70er Jahre Vietnam Feeling dank passender Musik und viel Schilf durch das gefahren werden musste. Leider haben wir hier zu wenige Fotos gemacht, aber die Anstrengung des Vortages hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir haben an diesem Tag viel Zeit ausserhalb des Wasser gebracht und dennoch über 15km im Kanu geschafft. Das Umtragen war diesmal ein Kinderspiel und die Laufstrecke lief entlang es Flusses, vorbei an Feldern und einzelnen Schwedenhäusern. Janek war richtig fertig von der Strecke – eventuell lag es an zu wenig Kaffee?

Tourtag Nr.: 5, Mittwoch, Ruhetag:

Wetter: Regen
Essen: Endlich warmes Essen – Terrance Hill Pfanne aus dem Kochbuch von Scandtrack
Unterwegs trifft man viele gleichgesinnte, deshalb wussten wir bereits dass es am Mittwoch nur regnen würde. Aus diesem Grund haben wir den ganzen Tag und die Nacht auf Rastplatz verbracht. Ich habe einige Steinhaufen gebaut, Teile dieses Berichts geschrieben und die Zeit mit lesen verbraucht. Da wir nicht alleine auf der kleinen Insel waren, gab es zudem regen Austausch über die bereits gemachten Erfahrungen.

Tourtag Nr.: 6+7, Donnerstag, Freitag, auf nach Norwegen:

Wetter: Besser als erwartet, Donnerstag sogar zeitweise Sonne.
Essen: Am Freitag war All-You-Can-Eat angesagt: Es gab Suppen, Stockbrot, Braten, Bohnen usw.
Was macht man wenn man nahezu Ziellos ist? Wie wäre es damit nach Norwegen zu paddeln? Dalsland/Nordmarken liegt in der Grenzregion und so war es für uns kein Problem über den/die(?) Stora Le bis nach Norwegen zu kommen und dort eine Nacht zu verbringen. Der Bereich Stora Le hat uns landschaftlich übrigens am besten gefallen, aber vielleicht lag’s auch nur am Wetter :D. Freitags waren wir noch auf einem alten Autofriedhof mit über 100 Fahrzeugen aus den (von uns geschätzten) 50er & 60er Jahren. Wer möchte die Koordinate möchte kann mir gerne mailen.

Tourtag Nr.: 8, Samstag, Abreise:

Am letzten Tag lief alles sehr routiniert ab, anders hatten wir es aber auch nicht erwartet. Wir haben unsere Sachen gereinigt, endlich wieder richtig geduscht(Anmerkung: Waschen im See ist sehr erfrischend und man fühlt sich so sauber wie nie zuvor, aber die Kälte ist am Saisonende schon hart..) und Abends vor der Busreise gab es traditionell, wie hätte man es anders erwartet: Köttbular. Über die vielen Tage hat man viele Menschen kennenlernt und wir haben auch endlich die Russen wieder getroffen. Alles in allem ein sehr gelungener Abschied von Schweden.

Für’s nächste Mal:

  • Arbeitshandschuhe einpacken
  • Sich genauer über Pilze informieren, es gab so viele, nur ohne Ahnung…

Tolle Orte:

  • Rastplatz 41: Man kann gegenüber von den Klippen springen. Auf der Seite gibt es auch sehr viele Beeren und Pilze
  • Rastplatz 71: Eine sehr flache Insel, viel Platz, es gibt eine Lehmquelle, sodass man selber einen Pizzaofen bauen kann.
  • Rastplatz 72: Insel mit vielen Hügeln, Bäumen etc. Wenig Platz für Zelt und Co, dafür viel Platz für Romantik, tolle Sonnenuntergänge usw.
  • Der Autofriedhof
  • Der Fjord nach Norwegen

Unser Fazit:

  • Im Sommer macht es eventuell mehr Spaß, wir hatten viel Regen
  • Früh eine Rastplatz suchen, wenn man ein festes Dach bevorzugt
  • Das Umtragen ist mühselig, aber wenn einer der Teilnehmer kräftig ist, kann er das Kanu hochheben und ein anderer den Bock unterschieben und so ist es dann doch recht einfach.
  • Wer gerne Urlaub in der Natur verbringt, sich nicht stressen lassen möchte, aber gerne die Vorzüge eines Komplettpakets nutzen möchte ist bei Scandtrack genau richtig
  • Dank dem Jedermannsrecht darf fast überall gecampt werden, es können wilde Beeren und Pflanzen gegessen werden und wer Angeln kann hat am Abend sogar einen frischen Fisch auf dem Feuer.
  • Das Preis-Leistungsverhältnis war bei unserem Anbieter eine 1 mit Sternchen. Für 11 Tage Reise, inkl. Timmendorfer Strand und Hamburger Fischmarkt, Sprit, Busfahrt, Ausrüstung etc haben wir beide zusammen gerade mal 900 Euro ausgeben.
  • Vielen Dank an die netten Betreuer vor Ort!

Vom Kanu habe ich erstmal genug, nach Schweden möchte ich aber wieder. Nun geht es erstmal weiter nach Irland.

 


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